Dirk's Canadian Truckerjob

Dirk's Canadian Truckerjob

Den Finger im Pazifik

On the RoadPosted by Admin Sun, December 07, 2008 17:33:20
Nach dem letzten -etwas schwermütigen- Blog-Eintrag, hier mal wieder etwas richtig Positives:

Am Mittwoch den 26. November breche ich mit einer Ladung Schmierstoffe Richtung Nordwesten auf. Vier Abladestellen, darunter eine Mine in den Bergen und ein Hafen am Pazifik kurz vor der Grenze nach Alaska. Eine Strecke 1.600 Kilometer, die Rocky Mountains, Schnee, Regen, Eis und viele Erinnerungen.

Ich hatte sogar Zeit den Zeigefinger in den Pazifik zu halten:
Blog Image (Szene aus Zeitgründen und wegen schlechten Lichtverhältnissen nachgestellt!) smiley
Mein nächtlicher Weg durch die Nationalparks Jasper und Mount Robson ist wegen Schnee und Eis sehr anstrengend.
Blog ImageAls ich ins die Koje falle, weiss ich was ich gearbeitet habe. Aber "Willkommen in British Columbia"!
Blog ImageBlog ImageDer Weg auf dem "Yellowhead-Highway Nummer 16 North" ist lang und der Schneefall hat zum Glück am nächsten Morgen nachgelassen. Nachdem es mich schon immer interessiert hat, was in einer Wiegestation so abgeht, gehe ich nach der Fahrt über die Waage
Blog Imageeinfach mal rein und schaue nach:
Blog ImageDie beiden "Peace Officer" -Polizistinnen- sind super nett und so wir haben einen Kaffee und jede Menge Spass. Blog ImageJetzt weiss ich das auch und habe meinen Horizont wieder mal erweitert. Fotos machen? Kein Problem, einfach reinkommen. Das ist Canada. Ich verlasse den Highway 16, um zu meiner nächsten Abladestelle, der Mine zu gelangen. Die Strasse wird schmaler und der Weg geht steil in die Berge. Als Abladestelle steht auf meinen Frachtpapieren, der Name der Mine und als Anschrift: "Seven Miles North of Fraser Lake".
Blog ImageBlog ImageBlog ImageDiese "schweren Jungs" haben hier absoluten Vorrang:
Blog ImageMein nächstes und letztes Ziel an diesem Tag, ist die Filiale einer grossen canadischen Autoteilefirma, ähnlich dem deutschen A.T.U. Als ich dort ankomme, ist es abends um 20:45 Uhr. Eigentlich mache ich mir keine grossen Hoffnungen, den für diesen Store bestimmten Teil der Ladung um diese Zeit noch an den Mann zu bringen. Aber siehe da, die Storemanagerin hat Mitleid mit dem Trucker und sie öffnet selber das Rolltor der Laderampe. Nach der langen Fahrt und den vielen Erlebnissen gönne ich mir in der benachbarten Bar eine riesen Pizza und eine eiskalte Coke. Am nächsten Morgen übernimmt der Regen, den Part als ständiger Begleiter bis an die Pazifikküste.
Blog ImageAn genau dieser Kreuzung habe ich vor 12 Jahren, während meiner Hochzeitsreise, schon einmal gehalten und ein Foto aus exakt dieser Position gemacht. Einziger Unterschied: Damals stand im Hintergrund ein roter Truck den ich nicht kannte. Heute steht hier "MEIN" Freightliner. Wer jemals bei mir in meinem Haus in Ödenwaldstetten war, das Poster hing unten in der Bar. Könnt Ihr Euch erinnern?
Blog ImageAuf dem Rückweg von British Columbia nach Osten, lade ich in einem kleinen Pazifikhafen, mitten zwischen riesigen Frachtschiffen, Papierrollen für Calgary. Acht Rollen Papier mit einem Gewicht von zusammen 24 Tonnen. Die Ladung muss am Montag morgen dort sein. Der Weg dorthin führt mich am Sonntag wieder durch die Nationalparks Mount Robson und Jasper in den Rockies. Als die Sonne die Wolken aufgelöst hat, werden die Eindrücke atemberaubend. Ohne viele Worte, hier ein paar Fotos zum geniessen:
Blog ImageBlog ImageKurze Rast am "Moose Lake"
Blog ImageHier ein Bild für Tanja (H.) Leider habe ich kein "stinkiges Moose" für Dich fotografieren können. So muss dieses Schild als Platzhalter herhalten smiley
Blog ImageZurück über die Grenze von "BC" nach Alberta:
Blog ImageUnd Uhr umstellen nicht vergessen. Jetzt gilt wieder "Mountain Time".
Blog ImageBlog ImageDer Winter hat Einzug gehalten:
Blog ImageBlog ImageBei Tageslicht gehts noch, aber nachts kann dieses "Viehzeug" wirklich nerven und eine grosse Gefahr darstellen. Wenn man mit 110 km/h angedonnert kommt, darf man unter keinen Umständen versuchen, eine Vollbremsung zu machen, geschweige denn, ein Ausweichmanöver zu fahren. Sonst liegt der ganze Truck im Graben... So brutal das klingt: Draufhalten!
Blog ImageTake a breath of fresh air. An einer Ampel in Edson, Alberta
Blog ImageDer Tag neigt sich dem Ende zu, die Sonne geht unter. Es sind noch 1.000 Kilometer bis zum Ziel. Auch diese Nacht wird wieder lang, anstrengend und einsam.
Blog ImageBlog ImageEine tolle Tour geht zu Ende. Als ich am Montag Morgen in Calgary aufschlage, habe ich in fünf Tagen 3.700 km hinter mich gebracht. Eine Leistung auf die ich stolz bin und Erlebnisse die mir keiner mehr nehmen kann. Wie genial ist das, was ich hier erleben darf?!?

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