Dirk's Canadian Truckerjob

Dirk's Canadian Truckerjob

Trailertausch in Innisfail

On the RoadPosted by Admin Sun, November 02, 2008 21:01:18
Ich war einige Zeit auf Tour und die Socken und T-Shirts werden knapp. Jetzt habe ich meinen Dispatch (Disponenten) gebeten, mir eine Tour Richtung Saskatoon, Saskatchewan, zu geben. Gesagt, getan, mit einem leeren 53' (Fuss) -Auflieger von Edmonton Richtung Calgary. Ziel: Innisfail, Alberta.

Wie heisst es so bezeichnend in den canadischen Führerscheinbüchern: "Expect the unexpected". Als ich am Freitag um 05:45 den Speditionshof in Edmonton verlassen will um meine Load in Innisfail, Alberta, aufzunehmen, muss ich leider feststellen, dass es auch hier Fahrer/innen gibt, die nicht von Null bis Nullkommafünf denken (können oder wollen). Eingeparkt! Nachdem sich mein Tobsuchtskoller gelegt hat, finde ich einen Weg auf die Strasse. Fester Ladetermin 09:00 Uhr. Alles passt, bis ich den Highway verlasse:
Blog ImageWir brauchen kein Umleitung! Is' für Schwächlinge und Europäer! Der Flagman mit dem Stopschild (ganz links im Bild) stoppt den Verkehr und es werden erstmal zwei Auflieger voller Schotter abgekippt. Dann zieht der Grader das Geröllfeld eben und der Verkehr kann wieder rollen. 30 Minuten weg. Na ja, dann mache ich halt solange ein Bild von meinem Truck:Blog ImageWeiter gehts Richtung Ladestelle durch die Baustelle:
Blog ImageBlog ImageBlog ImageUnd wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Strasse her smiley und du schaffst es zur Ladestelle. Zwar nicht pünktlich, aber "Hey", das ist Canada, kein Problem! Man muss sich hier echt umstellen. Vorbei mit der deutschen Hektik und 1.000%igen-Planung.
Blog ImageWährend der Auflieger beladen wird, habe ich Zeit um mein CB-Funkgerät einzubauen. Und da die Canadier absolut hilfsbereit sind, kommt Gary und geht mir zur Hand. Normal rangiert er mit seiner alten Mack-Zugmaschine Auflieger von einem Ladedock zum nächsten. Aber jetzt fungiert das Gefährt als Arbeitsbühne um an die Spiegelantennen meines Freightliners zu kommen. Zwei Stunden? Kein Problem! Lötkolben? "Hole ich zuhause" sagt er, entschwindet und kommt danach mit Werkzeug und Sandwiches zurück, die seine Frau mal eben für uns gemacht hat.
Blog ImageDann taucht mein Kollege James auf (eine Stunde später als bestellt...) und bringt den anderen Auflieger. Mein Trailer soll eigentlich nach British Columbia, seiner nach Saskatchewan. Wir tauschen und ich übernehme seinen Trailer unserer Company "Edge Transportation" nach Osten, Richtung meiner Heimat.Blog ImageNun kommt der bislang persönlichste Teil dieses Blogs: Auf meinen bisherigen Touren bin ich auf grossen Highways oder Interstates unterwegs gewesen. Jetzt geht es über ganz gewöhnliche, zweispurige Strassen, 900 Kilometer (!!!) nach Osten, Richtung Saskatoon. Felder, Wälder, Garnichts und Farmen. Ich fahre mit "meinem" Freightliner durch dieses unbeschreibliche Land. Der Himmel ist tiefblau und die abgeernteten Felder strahlen in purem Gold. Erfahrungen die ich bis dato nur während meiner Urlaubsaufenthalte erleben durfte. Und jetzt?!? Ich lebe hier, darf diesen Truck fahren und werde dafür sogar bezahlt!

Im Radio läuft der Garth Brooks-Song "If tomorrow never comes" und ich vergiesse Tränen vor lauter Glück endlich am Ziel eines jahrzehntelangen Traumes angekommen zu sein. DAS IST MEIN LEBEN! Und wer jetzt über mich urteilt und denkt: "Was für ein Spinner", soll mich einfach nur in Ruhe lassen! Blog Image
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Auf dem Weg von Innisfail nach Osten, kann ich mir ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen.





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Eilfracht nach Grand Prairie

On the RoadPosted by Admin Sun, November 02, 2008 17:51:55
Die Siemens Transportation Group hat vor ein paar Wochen einen riesigen Auftrag von einem US-amerikanischen Handelskonzern erhalten. Auch wir bei HWT tragen unseren Teil zum Erfolg dieses "Contracts" bei. Am vergangenen Donnerstag gab es bei diesem Kunden Verzögerungen bei der Beladung. Der Fahrer auf dem Weg nach Norden kam mit den Lenkzeiten nicht mehr klar und so übernehme ich den Reefer (Kühlauflieger) nach Grand Prairie, Alberta. Zu meiner grossen Freude mit "meinem" neuen Truck, einem Freightliner Columbia.

Morgens 04:00 Uhr an der Abladestelle:
Blog ImageBlog ImageNach dem Abladen "Rückflug" nach Edmonton. Über 600 Kilometer leer, ohne Ladung. Jeder europäische Spediteur heult bei dieser Tatsache laut auf (Jürgen, Du musst jetzt ganz tapfer sein smiley)


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Schmierstoffe und OSB-Holzplatten

On the RoadPosted by Admin Sun, November 02, 2008 16:54:12
Hallo! Hat etwas gedauert, bis ich wieder online gehen konnte. Vielen Dank für Eure Geduld! Bin dieser Tage "On the Road". Trotzdem scheue ich keine Kosten (irgendein zweifelhafter WLAN-Hotspot ohne Preisangabe) und Mühen (bin hundemüde) um -zumindest einigermassen- aktuell zu bleiben smiley

Am Montag übernehme ich am HWT-Hauptsitz in Edmonton, Alberta meine -vorläufige- Zugmaschine.
Blog ImageUm mich überhaupt in dem "Truck" wohlzufühlen, muss erstmal Fahrzeugpflege betrieben werden. Dazu gehen dann $ 40 über die Kassentheke hier beim Truck-Wash um die Ecke. Das Ergebnis (man kann schrubben wie man will, es bleibt ein Kenworth smiley):
Blog ImageFahrzeugtechnisch wird sich in den nächsten Tage noch was tun. Die erste Tour führt mich nach Grand Prairie, Alberta. Eine Ladung Schmierstoffe und Öle (in Fässern) eines grossen Ölkonzerns (einer unserer grössten Kunden) für den lokalen Händler.
Blog ImageZur Zeit ist "Tanken" erste Trucker-Pflicht: Immer auffüllen, wenn es einen Truck-Stop oder Card-Lock gibt, der noch Diesel hat. In West-Canada herrscht seit Wochen Dieselknappheit! Entweder sind die Zapfsäulen ganz geschlossen oder die Abgabemenge wird zum Beispiel wie bei "Flying J" auf 250 Liter beschränkt. In Edmonton, Alberta, hat die grösste Raffinerie wegen Wartungsarbeiten die Produktion eingestellt. Die anderen Raffinerien, Esso, Shell usw. haben wohl auch grad technische Probleme. Die Lager sind randvoll und der Ölpreis im Keller. Nicht nur Verschwörungstheoretiker machen sich da so ihre Gedanken...
Blog ImageHighway 43, auf dem Rückweg nach Edmonton, mit einem Auflieger voller OSB-Holzplatten. Gesamtgewicht 46.500 kg.
Blog ImageBlog ImageIn Edmonton, Alberta, zurück und eine Tanke gefunden, die noch Diesel verkauft. Kollege Steffen und seine Freundin Jessy haben mit ihrem Peterbilt die gleiche Idee.
Blog ImageAm nächsten Morgen stocken wir unsere Vorräte für die kommenden Touren auf und übersehen dabei doch glatt das Schild rechts an der Laterne smiley (Trucks not allowed). Der Supermarktparkplatz ist ja gross. Dank Steffens neuer Navigationssoftware lerne ich auf dem Rückweg zu HWT ganz neue Ecken Edmontons kennen... Liegt das jetzt an der "Maschine" oder am "Maschinisten"?
Blog ImageWarten auf die nächste Ladung. Jessy sorgt für das leibliche Wohl und spendet Schnittchen (Steffen weiss warum ich das so schreibe. Ich finds einfach nur klasse!)
Blog ImageFast alle Kollegen und Kolleginnen sind hier so unglaublich hilfsbereit und nett. Typisch Canada, auch wenn das Trucker-Völkchen aus aller Herren Länder zusammengewürfelt ist.

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Der Hufschmied war da

HWT-Harv Wilkening TransportPosted by Admin Wed, October 15, 2008 20:45:07
Und hier ein echtes Schmankerl für alle TÜV-Prüfer (und sonstige Hammerschwinger der diversen Prüforganisationen). Motto des Tages: Wir basteln uns einen Roadtrain. Man nehme:

1. Einen Auflieger
2. Einen unbefestigten Hof
3. Stahl
4. Einen Hufschmied

In Canada ist es nicht unüblich mit zwei Aufliegern zu fahren. Und dann benötigt der erste Auflieger eine Befestigung für den zweiten seiner Art:

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Blog ImageDer Schweisser stand mit seiner zum Werstattwagen umgebauten Volvozugmaschine geschlagene drei Tage im Modder und hat dieses Meisterstück abgeliefert. Besonders interessant, die Befestigungspunkte von innen betrachtet:
Blog ImageAm Rahmen und am Unterfahrschutz festgebraten und schon können wir hier nochmal mindestens 25 Tonnen dranhängen. Easy going auf allen Ebenen...

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Der Neue

HWT-Harv Wilkening TransportPosted by Admin Tue, October 14, 2008 19:49:35
Als ich Steffen -wie jeden morgen- abgeholt habe und wir zum Trainings- und Development-Center der Siemens Transportation Group gefahren sind, ahnten wir noch nichts von der anstehenden Überraschung.

Wir bekamen einen neuen Trainingstruck. Nicht etwa, dass wir den Kenworth zugrunde gerichtet hätten (obwohl, wäre es ein Pferd, hätten wir es eigentlich aus Gnade erschiessen müssen) - sondern vermutlich mehr wegen guter Führung smiley

Der Freightliner gehört unserem Trainer Mark (1). Wenn er nicht als Trainer tätig ist, fährt er als Trucker für die Kindersley Transport Ltd. kreuz und quer über den nordamerikanischen Kontinent. Ich glaube ich habe Schweissperlen auf seiner Stirn entdeckt, als er mir den Zündschlüssel in die Hand gedrückt hat smiley

Blog ImageBlog ImageBlog ImageBlog ImageDarf es noch eine Uhr mehr sein? Die Konstrukteure der Trucks scheinen an einem markenübergreifenden Wettbewerb zu teilzunehmen: Wie kann man das Armaturenbrett möglichst unübersichtlich gestalten und die Schalter möglichst unergonomisch anbringen smiley Trommelbremsen und unsynchronisierte Getriebe sind hier "State of the Art". Aber: Es macht echt riesen Spass mit diesen Trucks zu fahren!
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Und noch eine kleine Randnotiz: Heute haben vier weitere Fahrer ihre Ausbildung begonnen. Vier handfeste Kerle aus Grossbrittanien. Kerle so zierlich, wie mit der Axt geschnitzt smiley

Mir wurde das Vergnügen zuteil, die schon häufiger zitierten Dinge Abfahrtskontrolle (Circlecheck) und Prüfung der Luftdruckbremsanlage (Airbraketest) auf Englisch zu demonstrieren. Einfach wonderful... Aber es gibt einen riesen Trost: Mein Englisch ist 1.000 mal besser als deren Deutsch.


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Circlecheck und Airbraketest

HWT-Harv Wilkening TransportPosted by Admin Sun, October 12, 2008 18:43:02

Und bevor sich vor Tourstart überhaupt ein Rad dreht, gibt es genau vorgeschriebene Prozeduren zur Abfahrtskontrolle (Circlecheck - weil man um den Truck läuft) und zum Prüfen der Bremsen (Airbraketest). Das dauert, wenn man es richtig macht, circa 30 Minuten.

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Blog ImageDie Akteure von links nach rechts: Der Trainer Mark (1), der Dirk, der Truck
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Das Rodeo

Meine neue Heimat: SaskatoonPosted by Admin Sun, October 12, 2008 16:54:21

Eines war von Beginn an klar: Sobald sich die erste Gelegenheit zum Rodeobesuch bietet, gehts hin. Am vergangenen Freitag, den 10.10.2008 war es soweit *Yeah-Ha*

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Ein wirklich ergreifendes Gefühl, wenn zu Beginn der Veranstaltung die Nationalhymne gespielt wird, alle in der Halle aufstehen und die Hymne mitsingen. Ganz klar, die Hüte werden abgesetzt und auf die Brust gehalten. Es ist dunkel und ein Reiter -im Sattel stehend- reitet von einem Scheinwerfer angeleuchtet, mit der wehenden canadischen Flagge durch die Arena... Gänsehautfeeling pur!

Dem Kollegen Steffen gefällts auch (oder war es jemand auf der Tribüne?!?) :

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Here we go: Bull Riding, Ladies Barrel Racing, Team Roping, Saddle Bronc, Tie Down Roping, Bareback Riding und Steer Wrestling.

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Ein Video vom "Ladies Barrel Racing" gibt es hier. Ziel ist es, die drei Fässer oder eben "Barrel" (viele Grüße an den Ölpreis) zu umreiten, ohne sie zu berühren oder umzureiten ;)

Und für die ganz Harten, Bull Riding. Acht Sekunden oben zu bleiben ist das Ziel. Dafür gibt es dann Punkte, genauso wie für die Haltung. Und wenn dann der Bull Rider mit einer Platzwunde aus der Arena kommt, wird im Texas Style genäht: Ohne Betäubung...



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Die Führerscheinprüfungen

HWT-Harv Wilkening TransportPosted by Admin Wed, October 08, 2008 19:20:58

So, hier kommt Werbung in eigener Sache: Heute, am 07.10.2008, habe ich alle sieben Theorieprüfungen bestanden! Um Euch daran teilhaben zu lassen, ein paar Bilder aus Teilen des Lehrmaterials:

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Und hier die Erklärung der Bremstrommel- beziehungsweise Bremsbelagtemperatur (man beachte den Hinweis "PANIC")

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Auch ein Brüller ist der Marlboro-Man auf dem Kutschbock:

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Und zur Verwirrung das Schema einer Sattelzugmaschinen-Aufliegerkombination:

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Und so sieht er -exemplarisch- aus der Führerschein:

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